Im Rahmen des Leistungsfachs Geographie Q13 besuchten wir – 14 Schülerinnen und Schüler und Frau Poppe – am 26.02.2026 das Stadtviertel Nürnberg-Eberhardshof. Bei der Exkursion erhielten wir spannende Einblicke in die Arbeit der Stadtplanung sowie in die Entwicklung der Nürnberger Weststadt. Begleitet wurden wir dabei vom Sachgebietsleiter des Stadtplanungsamts Herrn Hofmann, der uns anhand konkreter Beispiele erklärte, wie sich Stadtteile über viele Jahrzehnte verändern. Zunächst erfuhren wir im Quartiersbüro Weststadt, welche Aufgaben die Stadtplanung überhaupt übernimmt. Sie gestaltet die langfristige räumliche Entwicklung einer Stadt: Dabei wird festgelegt, wo Wohngebiete, Grünflächen, Gewerbe oder Verkehrswege entstehen. Auch Infrastruktur wie öffentlicher Nahverkehr, Energie- und Wasserversorgung muss sorgfältig geplant werden. Grundlage vieler Entscheidungen ist in Deutschland das Baugesetzbuch. Besonders interessant war für uns zu erfahren, dass große Stadtentwicklungsprojekte oft zehn bis fünfzehn Jahre dauern, bis ihre Ergebnisse sichtbar werden. Ein zentrales Beispiel für den Wandel eines Stadtteils ist der Nürnberger Stadtteil Eberhardshof, den wir bei einem Rundgang erkundeten. Während hier vor etwa hundert Jahren noch kaum Bebauung vorhanden war, setzte mit der Industrialisierung eine starke Entwicklung ein. Große Industrieanlagen prägten das Gebiet und hinterließen bis heute sichtbare Spuren. Moderne Stadtplanung verfolgt jedoch zunehmend das Ziel, ehemalige Industrieflächen umzunutzen und lebenswertere Stadtquartiere mit Grünflächen und Aufenthaltsbereichen zu schaffen. Besonders eindrucksvoll war die Besichtigung des ehemaligen Quelle-Areals. Der Gebäudekomplex wurde in den späten 1950er-Jahren als Hauptsitz des Versandhandelsunternehmens Quelle errichtet. Das damalige Geschäftsmodell mit Versandkatalogen kann man sich heute ähnlich wie moderne Online-Plattformen vorstellen. Ein bekanntes Wahrzeichen ist der Quelleturm, der früher als Kamin und Werbeträger diente. Aufgrund seiner historischen Bedeutung steht der gesamte Gebäudekomplex heute unter Denkmalschutz. Nach der Insolvenz des Unternehmens in den 2000er-Jahren begann eine neue Phase für das Gelände. Heute wird das Areal umfassend umgestaltet. In Zukunft sollen dort Wohnungen für mehrere tausend Menschen entstehen, ergänzt durch Einzelhändler, Behörden und Einrichtungen wie Kindertagesstätte und Schule. Auch neue Grünflächen sind geplant: Der ehemalige Mitarbeiterparkplatz wird beispielsweise zum „Quellepark“ umgebaut. Gleichzeitig bleibt das äußere Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten, während das Innere modernisiert und an neue Nutzungen angepasst wird. Im weiteren Verlauf der Exkursion besuchten wir auch das ehemalige AEG-Areal. Früher wurden hier Haushaltsgeräte, wie z.B. Waschmaschinen, produziert. Nach dem Rückbau der Produktionshallen wird das Gelände heute für neue Zwecke genutzt. Eine ehemalige Halle wurde aufwendig saniert und dient nun als Kulturwerkstatt mit Kursangeboten, Veranstaltungen, Gastronomie und sogar einem Kino. Ein besonderes Detail: Die Innenverkleidung orientiert sich optisch an einer Waschmaschinentrommel und erinnert damit an die industrielle Vergangenheit des Ortes. Auch das Umfeld des Geländes hat sich stark verändert. Wo früher Logistik- und Industrieflächen standen, befinden sich heute Bildungseinrichtungen und neue Wohnprojekte. Ein Beispiel dafür ist die Technische Hochschule Georg Simon Ohm, die heute Teile des ehemaligen Industrieareals nutzt. Zum Abschluss unserer Route besuchten wir das Jugendhaus TetriX. Zusammen mit einem Kindergarten und einem Aktivspielplatz bildet es einen wichtigen Treffpunkt für Kinder und Jugendliche im Stadtteil. Die Einrichtung zeigt, wie ehemalige Industrieflächen heute für soziale und kulturelle Zwecke genutzt werden können. Die Exkursion bot uns einen anschaulichen Einblick in die Herausforderungen und Möglichkeiten moderner Stadtentwicklung. Besonders deutlich wurde, wie langfristig und komplex Stadtplanung ist und wie wichtig es ist, historische Strukturen, neue Wohnbedürfnisse und soziale Angebote miteinander zu verbinden. Für uns als Geographie-Leistungsfach war der Besuch deshalb eine sehr interessante und lehrreiche Erfahrung, wofür wir Herrn Hofmann nochmal recht herzlich danken.
Christian Benz, Valentin Hitz, Patrick Wein und Moritz Steger für das Leistungsfach Geographie 13
