Planetariums-Exkursion der 5. Klassen nach Nürnberg (16.12.2025)

Am 16. Dezember fand, wie schon in den letzten Jahren, ein besonderes „Weihnachts-Highlight“ für die 5. Klassen statt. Wir besuchten eine Spezial-Vorstellung im Nicolaus-Copernicus-Planetarium in Nürnberg, die Herr Sadurski vom Planetarium exklusiv und maßgeschneidert für das WBG Langenzenn zusammengestellte. Der Besuch des Planetariums war eine tolle Ergänzung zum Geographie-Unterricht der 5. Klasse, in dem die „Erde im Weltall“ ein spannendes Thema ist.

Zu Beginn zeigte uns Herr Sadurski das eigentliche „Planetarium“, eine über 2 Tonnen schwere Maschine, die in der Lage ist, den gesamten Sternenhimmel realistisch darzustellen, inclusive Planeten und Monden, und zwar zu jedem beliebigen Zeitpunkt und von jedem gewünschten Ort der Erde aus. Die beeindruckende Maschine funktioniert nur über Mechanik und Optik – ohne jede Computertechnik. Das Exemplar in Nürnberg ist etwas ganz Besonderes, denn inzwischen ist es das einzige in ganz Deutschland, das noch im Einsatz ist. Erfunden wurde die ausgeklügelte Maschine von Carl Zeiss in Jena. Das erste Zeiss-Planetarium wurde im Deutschen Museum München gebaut, 1925 nahm es den Regelbetrieb auf. Bis vor Kurzem wurde das hundertjährige Jubiläum des Planetariums gefeiert, mit jeder Menge Spezialveranstaltungen.

Mit dem Planetarium zeigte uns Herr Sadurski den nächtlichen Sternenhimmel, der gerade zu beobachten ist. Doch zunächst erfuhren wir, wie stark die Lichtverschmutzung in der Stadt ist: In Nürnberg kann man nur die hellsten Sterne und Planeten am Himmel erkennen – ganz im Gegensatz zu den Bergen, wo man einen viel tolleren Sternenhimmel erleben kann. Im Planetarium ließ sich dies zum Glück mühelos simulieren. Nun lernten wir die wichtigsten Winter-Sternbilder, beispielsweise den Orion, kennen und wie man sich am Nachthimmel orientieren kann. Aktuell (über die Weihnachtsferien) hat man gute Möglichkeiten, die Planeten Jupiter und Saturn zu sehen. Momentan übrigens sind die Ringe des Saturn durch Teleskope nur als dünne Linie zu sehen, da der Saturn aktuell so am Himmel steht, dass wir senkrecht auf die Ringe blicken. Herr Sadurski zeigte uns dies anhand eindrucksvoller Bilder des Jupiters und Saturns, die er selbst mittels Astrofotografie aufgenommen hatte. - Neben dem Besuch des Planetariums lohnt es sich auch, der Sternwarte Nürnberg einen Besuch abzustatten, die jeden Freitag und Samstag Abend kostenlos geöffnet ist, oder selbst mit dem Feldstecher oder einem Teleskop einen Blick auf den Mond oder die Planeten zu werfen.

Anschließend hoben wir mit einer Rakete ab und warfen von oben einen Blick auf unsere Erde. Dabei stellten wir fest, dass die Lichtverschmutzung auch von oben sehr gut zu sehen ist, da sich die Kontinente – insbesondere die großen Städte – als Lichtpunkte auf der nächtlichen, dunklen Erde deutlich abzeichnen. Außerdem ist es rund um die Erde ziemlich voll, da eine riesige Menge an Satelliten ständig die Erde umkreisen. Ein Modell des ersten Satelliten, Sputnik 1, der 1957 ins All startete, hängt übrigens im Kuppelsaal des Planetariums. Ein Teil der Satelliten, die Wetterbeobachtungssatelliten, sehen aus dem All beinahe aus wie Ameisen, die auf der Erde herumkrabbeln. Daneben gibt es einen Ring an weiteren Satelliten, die z. B. für unser GPS-Signal und unser Fernsehen zuständig sind, diese bilden die so genannte „geostationäre Zone“. Doch – und das ist ein zunehmend großes Problem – die Erde ist auch umgeben von einer ständig wachsenden Menge an Weltraumschrott, der zum Beispiel die ISS in Gefahr bringt und momentan noch nicht sinnvoll entsorgt wird. Auch in das Leben und Arbeiten auf der ISS bekamen wir von Herrn Sadurski hochaktuelle Einblicke, da das Planetarium durch die Kooperation mit deutschen Astronauten regelmäßig mit neuen Informationen und Videos versorgt wir. So konnten wir verfolgen, wie die Astronauten in der Schwerelosigkeit Pizzen belegten und wie sie weit weg von der Erde mit improvisierten Nikolausstiefeln und schwebenden Zipfelmützen Weihnachten feierten.

Danach flogen wir weiter weg von der Erde, wobei wir einen Blick auf unser gesamtes Sonnensystem werfen konnten. Besonders eindrucksvoll waren die Ringe des Saturn und seine vielen Monde. Schließlich führte uns unser virtueller Flug weiter in die Ferne, bis wir von außen einen Blick auf die gesamte Milchstraße, unsere Galaxie, werfen konnten. Dabei machte uns Herr Sadurski klar, dass wir – wenn wir nachts zum Himmel blicken – eigentlich in die Vergangenheit schauen, da die Sterne und Galaxien, die wir sehen, so weit entfernt sind, dass das Licht, wenn es auf unser Auge trifft, meist schon viele tausend oder gar Millionen Jahre alt ist. Das Zentrum unserer Milchstraße bildet ein riesiges Schwarzes Loch mit seiner ungeheuren Anziehungskraft. Das Schwarze Loch selbst ist nicht sichtbar, da seine Anziehungskraft so groß ist, dass es selbst das Licht festhält. Doch die Materie, die von dem Schwarzen Loch angezogen wird, wird dabei stark beschleunigt und erhitzt und bildet eine hell leuchtende, rotierende Scheibe, bevor es in den Schwarzen Loch verschwindet.

Nun führte uns unser virtueller Flug wieder zurück zu unserer Milchstraße, in unser Sonnensystem und auf unseren Heimatplaneten, die Erde, wo wir wohlbehalten landeten. Nach diesen spannenden Einblicken ging’s zurück ans WBG nach Langenzenn.

Christiane Schönberger, Geographielehrkraft der 5. Klassen

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