Deutsch
Sehen Sie, gerade in der Kunst brauchen wir wieder eine Jugend, die zu allen Problemen aktiv Stellung nimmt.
Wolfgang Borchert, Draußen vor der Tür
Aus der Fachschaft
Mehr lesen – mehr verstehen.
So lautet das Motto, unter dem am WBG das Lesen gefördert wird. Denn
„Lesen ist eine universelle Kulturtechnik und ermöglicht die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben einer modernen Gesellschaft ....“ ( PISA 2000).
Wer über eine gut entwickelte Lesekompetenz verfügt, versteht laut Prof. Heidtmann auch Mathematikaufgaben besser und kann etwa Fernsehsendungen mehr und komplexere Informationen entnehmen. Ganz zu schweigen vom Glück der Horizonterweiterung und Persönlichkeitsbildung sowie der Fähigkeit zum Wechsel von Perspektiven, die durch das Lesen von Literatur angeregt werden.
Aus den genannten Gründen wird schulische Leseförderung ausdrücklich als Aufgabe aller Fächer begriffen!
Die Lesestunde als fester Bestandteil des Vertretungsstundenkonzepts
In den Vertretungsstunden der 5. und 6. Klassen ist das freie Lesen am WBG ein zentrales Anliegen. Dabei wird jeweils ein Bücher-Rolli (Bücher-Roll-Regal) mit erzählender Literatur und mit Sachbüchern in die Klassenzimmer gerollt. Viele Bücher sind inhaltlich verschiedenen Fächern wie Natur und Technik, Geographie, Latein, Geschichte oder Kunsterziehung zugeordnet.
Die Schülerinnen und Schüler wählen aus den ca. 90 Titeln aus und vertiefen sich dann etwa 30 Minuten in das Buch ihrer Wahl. Den Abschluss einer Lesestunde bildet in den 5. Klassen ein Eintrag ins Leseheft zum Lesestoff, mit eigenen Gedanken zum Gelesenen, zu den Ereignissen, Figuren, Konflikten, Freuden, Informationen etc. Gelungene Hefte werden am Jahresende prämiert.
Kreatives Leseheft
Zum einen dient das Leseheft der Dokumentation des Lesepensums und des Lesefortschritts, zum anderen verlockt es nicht wenige Schüler dazu, ihre Lektüreerfahrungen kreativ zu verarbeiten und damit dem etwas aus der Mode gekommenen Wort „Muße“ Ausdruck zu verleihen. Nicht zuletzt kann das Leseheft im Idealfall ein Lektüre-Begleiter bis ins nächste Schuljahr hinein sein.
Ziel dieser Stunden ist es, Raum zu geben für unverzichtbare Erfahrungen: Es geht schlicht um Leselust und den Selbstwert des Lesens. Der Nutzen für die Fächer ergibt sich quasi nebenbei. Zudem fördern die Lesestunden die Konzentration. Und: Der Klassenraum kann als Ort der Ruhe und Selbstbesinnung erfahren werden im Sozialstress der Schülermassen und langer Schultage. Insbesondere sollen Sachbücher und geschlechtsspezifische Angebote auch leseentwöhnten Jungs einen Anreiz geben.
Attraktive Schülerbücherei
Das WBG verfügt über eine Schülerbücherei für die Klassen 5-8, die keinen Vergleich scheuen muss. Die Schüler haben die Wahl aus weit über 1000 Büchern und Hörbüchern zu einem breiten Interessenspektrum. Der Bestand wird laufend aktualisiert und ist mit den jeweils für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Titeln am Puls der Zeit. Ein rühriges Schülerteam betreut und bewirbt den Literaturschatz liebevoll und kreativ. Hinzu kommt eine kleine, aber feine Bibliothek für junge Erwachsene, die sich an Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse richtet und in der Oberstufenbibliothek zu finden ist.
Literatur in Aktion – Leser/innen und Autoren am WBG
Neben dem jährlichen Vorlesewettbewerb im Dezember, der die 6. Klassen motiviert, war der Welttag des Buches am 23. April am WBG schon mehrfach Anlass für Aktionen: Schüler veröffentlichten ihre Buchkritiken, bewarben ihre Favoriten oder organisierten eine Ausstellung für die schulische Öffentlichkeit.
Es ist uns am WBG ein Anliegen, immer wieder auch die Menschen hinter dem Medium Buch, also leibhaftige Autorinnen oder Autoren, in die Schule zu holen und Literatur lebendig werden zu lassen.
Am 17.04.2024 begeisterte Stefan Gemmel, der mittlerweile ein gern gesehener Gast bei uns am WBG ist, mit seiner Performance zu „Befreiungsschlag“ die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Jahrgangsstufe. Auch im Schuljahr 2024/2025 dürfen sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Lesung mit diesem Autor freuen!
Regelmäßig findet das Theater-Abo für Schüler überwältigenden Zuspruch. Das Live-Erlebnis Literatur auf der Bühne und die dazu ausgegebenen Theaterkritiken stellen einen Leseimpuls dar und regen die Teilnahme am kulturellen Diskurs an. Zudem vertiefen Theaterpädagogen das Bühnenerlebnis in einzelnen Klassen.
Schließlich sei noch erwähnt, dass nicht wenige Schüler der 8. oder höherer Klassen durch das Projekt „Zeitung in der Schule“ an dieses Medium herangeführt und für Themen des Zeitgeschehens interessiert wurden.
Insgesamt ist Leseförderung eine Aufgabe aller Fächer, nicht nur von Deutsch, eine Aufgabe nicht nur der Schule, sondern ebenso der Familie und der dort erlebten Lesevorbilder und Gespräche über Gelesenes.
Fantasie auf Papier: Wahlkurs „Kreatives Schreiben“
Im Wahlkurs „Kreatives Schreiben“ haben wir uns in die bunte Welt der Sprache gestürzt und unterschiedlichste Texte erschaffen. Ob das Erfinden neuer Bauernregeln, das Verfassen origineller Inserate für tierische Wohnungssuchende oder das Gestalten von Wortbildern – unsere Fantasie kannte keine Grenzen. Die fertigen Geschichten und Gedichte haben wir in der Gruppe präsentiert und anschließend von den Mitschülerinnen oder von Frau Poppe Feedback nach dem Hamburger-Modell erhalten: ein Lob, eine Kritik, ein Lob.
Zwischendurch gab es auch theoretische Einblicke, etwa zu Reimschemata, die nicht nur beim Schreiben, sondern auch im Deutschunterricht nützlich waren. Bei gutem Wetter haben wir unsere Kreativität im Schulgarten entfaltet und uns von der Natur inspirieren lassen.
Einige von uns haben an verschiedenen Schreibwettbewerben teilgenommen, wie dem Europäischen Wettbewerb, bei dem eine Geschichte aus der Perspektive eines Gegenstands in einem berühmten europäischen Gemälde entwickelt werden sollte. Auch beim THEO-Schreibwettbewerb waren wir dabei, wo es darum ging, zum Thema „Spuren“ kreative Geschichten einzureichen. Auch wenn es keiner von uns auf die ersten Plätze geschafft hat, zählte vor allem der olympische Gedanke: Dabei sein ist alles! Der Spaß am Schreiben und die Freude am kreativen Prozess standen für uns immer im Vordergrund.
Tiana Geiß, 5A & Elisabeth Heinzeller, 5G
Und hier noch zwei Elfchen:
Wettbewerbe
übers Jahr
machten viel Spaß -
das ist doch klar!
Hurra!
Schreiben
dichten, reimen –
das geht hier,
im Wahlkurs „Kreatives Schreiben“
Yippie!
Originell, informativ, kreativ – Lesetagebücher der 5. Klassen prämiert
Auch in diesem Schuljahr wurden in der Schülerlesebücherei wieder die besten Lesetagebücher der 5. Klassen prämiert. In jeder Vertretungsstunde, in der der Bücherrolli auf dem Vertretungsplan steht, haben die Schülerinnen und Schüler nämlich nicht nur die Möglichkeit, in interessanten Büchern zu schmökern, sondern zum Gelesenen ein Lesetagebuch zu gestalten. Für jede Klasse wurden zwei Hefte ausgewählt (eines von einem Jungen und eines von einem Mädchen), die sich durch besondere Kreativität, inhaltliche Tiefe oder liebevolle Gestaltung hervorgetan hatten.
Bei der Veranstaltung machte Herr Benker in seiner Ansprache die große Bedeutung des Lesens deutlich und betonte, wie viel Spaß Lesen macht. Die Verantwortliche der Schulbibliothek präsentierte jedes Lesetagebuch einzeln, zeigte gelungene Seiten und hob das hervor, was jedes Heft besonders machte: etwa tolle Comic-Zeichnungen zu Gregs Tagebüchern, eine beeindruckend tiefgehende Auseinandersetzung mit einem Sachbuch über Elefanten oder eine kreative Zusammenfassung spannender Informationen, zum Beispiel zur Größe des kleinsten Computers der Welt oder des größten Hagelkorns. Auch eine gelungene Buchrezension aus einem Lesetagebuch wurde vorgelesen. Alle Gewinnerinnen und Gewinner wurden mit viel Applaus bedacht.
Die ausgezeichneten Schülerinnen und Schüler erhielten eine Urkunde sowie einen Buchpreis, den sie sich aus einer bunt gemischten Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern, Sachbüchern und Comics selbst aussuchen durften.
Die vorgestellten Lesetagebücher machten einmal mehr deutlich, wie unterschiedlich Zugänge zu Büchern sein können – und wie viel Freude das Lesen (und auch das darüber Nachdenken) machen kann. Die Veranstaltung war eine schöne Gelegenheit, die vielfältigen Interessen und Talente der jungen Leserinnen und Leser zu würdigen.
Doris Poppe, Verantwortliche für die Schulbibliothek
Spannende und unterhaltsame Autorenlesung mit Stefan Gemmel
Am 21. März 2025 war es wieder so weit: Der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel besuchte bereits zum dritten Mal das Wolfgang-Borchert-Gymnasium – und zog seine jungen Zuhörerinnen und Zuhörer erneut mit seiner lebendigen und fesselnden Art des Vorlesens in seinen Bann. Insgesamt drei Veranstaltungen standen an diesem Tag auf dem Programm. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Unterstützung unseres Fördervereins.
In der vollbesetzten Mensa lauschten zunächst die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe einer mitreißenden Lesung aus Gemmels Werk „Befreiungsschlag“. Neben spannenden Passagen aus dem Buch thematisierte der Autor anschaulich die Mechanismen von Mobbing. Mit seiner energiegeladenen Vortragsweise und gezielten interaktiven Elementen gelang es ihm, die Schülerinnen und Schüler aktiv einzubinden und zum Nachdenken anzuregen. Die Begeisterung war spürbar – viele wollten im Anschluss wissen, wie die Geschichte weitergeht.
Genauso schwungvoll präsentierte sich der Autor auch in den beiden darauffolgenden Lesungen für die sechsten Klassen. Hier stellte er sein Buch „Abenteuer eines Döner-Checkers“ vor – unterstützt von passenden Fotos, die das Geschehen noch anschaulicher machten. Die Schülerinnen und Schüler folgten gespannt der Geschichte, lachten an witzigen Stellen und stellten im Anschluss zahlreiche Fragen. Besonders spannend fanden sie die Einblicke in das Leben eines Autors: Wie kommt man auf Ideen für ein Buch? Wie entsteht ein Buchcover? Und was verdient ein Autor eigentlich am Verkauf eines Buches? Anhand seines Fantasy-Romans „Schattengreifer“ gab Stefan Gemmel einen unterhaltsamen und authentischen Einblick in diese Fragen und machte deutlich, wie viel Kreativität und Arbeit hinter einem Buch stecken.
Viele Schülerinnen und Schüler nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich ein Autogramm in ein mitgebrachtes Buch des Autors geben zu lassen oder eine handsignierte Autogrammkarte mitzunehmen. Einige berichteten noch Tage später im Deutschunterricht, dass sie sich ein Buch von Stefan Gemmel im Buchhandel gekauft oder in der Schulbibliothek ausgeliehen hätten. Das Ziel der Veranstaltung – junge Menschen zum Lesen zu motivieren – wurde somit voll und ganz erreicht.
Ein herzlicher Dank gilt erneut dem Förderverein, der diese inspirierende Begegnung mit Literatur ermöglicht hat, sowie natürlich an Stefan Gemmel, der mit seinem mitreißenden Vortrag deutlich machte, wie lebendig und begeisternd Literatur sein kann. Sein Besuch war weit mehr als eine klassische Autorenlesung – es war ein leidenschaftliches Plädoyer für das Lesen und die Magie von Geschichten.
Doris Poppe
Jonathan Schaupp glänzt beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs

Beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs 2024/25 im Landkreis Fürth hat Jonathan Schaupp von als Schulsieger des WBG mit seinem beeindruckenden Vortrag den 2. Platz errungen. Die Veranstaltung fand am 10. Februar 2025 in der Gemeindebücherei Cadolzburg statt.
Jonathan überzeugte die Jury mit seiner souveränen und lebendigen Vorlesetechnik. Mit einer sorgfältig ausgewählten Textstelle zog er das Publikum in seinen Bann und meisterte auch die Herausforderung, einen unbekannten Text spontan vorzutragen.
Der Vorlesewettbewerb, der jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert wird, fördert die Lesekompetenz und Begeisterung für Literatur. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten aus einem Kinder- oder Jugendbuch vorlesen – dabei durfte es sich nicht um dasselbe Buch oder eine Reihe handeln, aus der sie bereits in früheren Runden gelesen hatten.

Wir gratulieren Jonathan herzlich zu seinem tollen Erfolg und sind stolz auf seine starke Leistung!

Theater in der Oberstufe:
In der Profil- und Leistungsstufe (G9) heißt das zweistündige Profilfach "Theater und Film (TuF)". In diesem Kurs liegt neben den theoretischen Elementen die Schwerpunktsetzung in der Praxis. Die Kursmitglieder lernen die wesentlichen Bausteine des darstellenden Spiels kennen, um am Schuljahresende ihr schauspielerisches Können auf der Bühne unter Beweis zu stellen.
Die kleine Theatergruppe:
Am WBG gibt es zwei Theatergruppen, einen Profilkurs Theater für die Oberstufe (TuF) und eine „kleine Theatergruppe“ für die 5. bis 8.Jahrgangsstufe. Die „kleine“ Theatergruppe ist ein beliebter Wahlkurs, jedes Jahr finden sich zwischen 25 und 30 Mädchen und Jungen zusammen, um gemeinsam ein Theaterstück einzustudieren.
Die Gruppe ist in jedem Schuljahr ein bisschen anders zusammengesetzt, da immer wieder Nachwuchsschauspieler aus den 5. und 6. Klassen dazustoßen, manch einer entscheidet sich auch erst in der 7. und 8. Klasse für das Theaterspiel, sei es, weil es vom Stundenplan her endlich passt oder weil die letzte Aufführung so gefallen hat, dass man dabei sein möchte. Es gibt auch etliche theaterbegeisterte Kinder, die vier Jahre lang den Wahlkurs besuchen und anschließend in die „große“ Gruppe wechseln.
Um bei uns mitmachen zu können, muss man nicht besonders begabt sein, viele Kinder entdecken erst während des Spielens und Übens ihr Talent. Viel wichtiger sind Begeisterungsfähigkeit und die Bereitschaft, sich mit seinen Stärken in die Gruppe einzubringen und Verantwortung für das gemeinsame Projekt zu übernehmen. Natürlich sollte man auch gewillt sein, im Laufe der Probenwochen seinen Text zu lernen und zuverlässig zu den Proben zu erscheinen, um den Erfolg aller nicht zu gefährden.
Ende Juni/Anfang Juli wird das erarbeitete Stück präsentiert. Das Lampenfieber ist meist groß, altgediente „Theaterhasen“ aber wissen: Der Beifall und die Bewunderung des Publikums lassen alle Anstrengungen vergessen. Gespielt werden in der Regel lustige Kinderstücke oder bekannte Stoffe in Bearbeitungen für Jugendliche.
Wer mitmachen möchte, sollte sich Anfang des Schuljahres in den Wahlkurs eintragen: Dann steht einer Theaterkarriere am WBG nichts mehr im Wege!
Erinnerungen – unser Leben lang sammeln wir die guten wie Trophäen auf einem Wandregal, während wir hoffen, dass die schlechten nach und nach, lieber früher als später, ganz von allein verschwinden…
Vergessen – wenn alles schiefläuft, die Ereignisse Schlag auf Schlag kommen, einem keinen Moment zum Durchatmen lassen, es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, dann ist Vergessen dieser Erinnerungen die wohl letzte rettende Option?

Hauptcharaktere
Aaron Soto - 16 Jahre alt, hat Lebenserfahrungen vorzuweisen, die manche 40-Jährige glücklicherweise noch nicht machen mussten. Er lebt mit seinem großen Bruder Eric und seiner Mama in einem runtergekommenen Wohnviertel in einer futuristischen Version der amerikanischen Vorstadt von Bronx. Seit sich sein Vater in der Badewanne der kleinen Familienwohnung das Leben genommen hat, ist alles ein bisschen schwieriger für Aaron.
Inhalt
Trotzdem beginnt seine Geschichte recht harmonisch.
Aaron trifft sich mit langjährigen Freunden aus seinem Wohnblock, geht mit seiner festen Freundin auf ein Trade Date (er sucht einen Ort, eine Aktion oder Aktivität aus, von der Aaron denkt, dass sie ihr gefällt, und Genevieve plant eine Sache für ihn) und wie jedes Jahr findet Anfang der langen Sommerferien wieder das große Familienstraßenfest des Viertels statt.
Es wird gegrillt und die Jungs spielen Suicide (Wandwerfen) und Man Hunt (Versteck-Fangen), fast wie an jedem anderen Tag auch, wenn seine Freundin Genevieve mal wieder von Kopf bis Fuß mit Farbflecken übersäht vor einer ihrer unfertigen Leinwände steht und keine Zeit für Aaron hat. Bei einer solchen Runde gerät er einmal ganz schön in die Klemme, aber kurz bevor die Jäger ihn erreicht haben, erhält er unerwartete Hilfe von einem Jungen aus einem der Nachbarwohnblöcke und so entkommt er ihnen doch noch ganz knapp.
Thomas ist kaum älter als Aaron, wohnt nur einen kurzen Fußweg von den Sotos entfernt. Seit der spontanen Rettungsaktion am Sommerfest treffen sich die beiden immer häufiger und verstehen sich richtig gut, und das nicht nur auf dieser oberflächlichen Ebene, wie mit den ‚Freunden‘ aus seinem Wohnviertel.
Als dann nach einigen seinen Freunden auch Genevieve in ihr Sommerferien-Kunst-Camp fährt, hat Aaron wieder eine Menge Freizeit, Zeit zum Grübeln und Nachdenken und nochmaligem Überdenken, was ihn fast wieder in die depressive Phase wie nach dem Tod seines Papas zurückversetzt.
Da kommt die Ablenkung, die Thomas und die gemeinsamen Abenteuer mit sich bringen, ganz gelegen.
Die beiden besuchen unter anderem Aarons Lieblingscomicladen, schleichen sich ins Kino, klettern aufs Dach und übernachten bei Thomas zuhause, wo sie einen Pakt schließen.
Thomas hilft Aaron „mehr glücklich als nicht“ zu sein und im Gegenzug hilft Aaron Thomas bei der immer schwieriger werdenden Jobsuche. Der kündigt nämlich so ziemlich alles, Beziehungen, Anstellungen, Freundschaften und Ähnliches, wenn er nicht das Gefühl hat, irgendwie weiterzukommen, seit sein Vater an seinem 9. Geburtstag zum Auto ging, um ein Geschenk zu holen, einstieg, wegfuhr und nie wiederkam.
Durch Thomas findet Aaron im Lauf der Ferien wieder zu sich selbst, einem Ich, das er am liebsten vergessen will.
Leteo – ein Institut, das verspricht, dich bestimmte Ereignisse vergessen zu lassen, um ein normaleres, einfacheres oder zum Beispiel schuldfreieres Leben zu ermöglichen. Nach anfänglicher Skepsis wird es zu Aarons scheinbar einzigem Ausweg…
Meine Meinung
Die Geschichte von Aaron und Thomas ist eine absolute Achterbahn der Gefühle, man fiebert richtig mit, lacht mit den beiden, weint auch bei Gelegenheit mal. Man begleitet Aaron auf seinem Weg zu sich selbst und lernt gleichzeitig auch als Leser einiges über sich selbst und den Umgang mit dem eigenen Umfeld.
Adam Silvera hat hier neben anderen Büchern von ihm wie „History is all you left me“ mal wieder keine Gute-Laune-Geschichte geschrieben, sondern ein Buch mit Herz, mit Höhen und Tiefen und einem realitätsnahen „Happy End“.
Obwohl es sicher zu einem der Bücher gehört, für die ich die längste Lesezeit gebraucht habe, ist es wahrscheinlich eines der literarisch besten. Es ist eine Geschichte mit viel Tiefgang, sodass man ein bisschen Ruhe und alle paar Tage ein Stündchen Zeit braucht, um es zu lesen. Aber wert ist es das allemal. Die Entwicklung, die Silveras Charaktere, hier vor allem Aaron durchmachen, ist wirklich großartig: Von der Flucht aus der Realität vor seinem wahren Ich zu einem Zustand der Akzeptanz und dem Drang, mit diesem nicht vergessbaren Wissen etwas zu bewirken und anderen helfen zu wollen.
Der Roman ist definitiv eine Leseempfehlung wert, und wer „More Happy Than Not“ schon kennt, kann sich ja mal an „History is all you left me“ heranwagen.
Magdalena MitländerAltersempfehlung ab 14 Jahr(e)
Autor Adam Silvera übersetzt von Lisa Kögeböhn
Erscheinungsdatum 16.03.2022
Seitenzahl 368
Der Roman „Underground Railroad" von Colson Whitehead, veröffentlicht am 2. August 2016 in den USA, stellt die Versklavung und den Rassismus gegenüber der dunkelhäutigen Gesellschaft um die Wende des 18. Jahrhunderts dar.

Inhalt
Cora lebt seit ihrer Geburt unter der Herrschaft von Terrance, dem Besitzer der Randall-Plantage.
Die Beziehung zu ihrer Mutter wird schon sehr früh gebrochen, da sie eines Nachts über die Underground Railroad flüchtet und dabei Cora alleine zurücklässt. Aufgrund der immer größer werdenden Furcht vor Terrance fällt Cora eines Nachts mit dem Plantagenjungen Caesar die Entscheidung, von der Randall-Plantage zu fliehen.
Die ersten Tage irren die beiden ziellos umher, bis sie von einem Mitglied der Underground Railroad aufgegriffen werden. Dieser leitet Cora durch die Underground Railroad, ein unterirdisch angelegtes Tunnelsystem, nach South Carolina, wo Cora zwar als Eigentum der Vereinigten Staaten gilt, aber zur Schule gehen und arbeiten darf. So zieht Cora von Stadt zu Stadt, bis sie schließlich auf einer Farm mit anderen geflüchteten Sklaven unterkommt. Als diese später von Soldaten überfallen wird, entkommt sie knapp dem Tod, gerät jedoch in die Hände des Sklavenjägers Ridgeway, der sie zurück zur Randall-Farm bringt. Dort endet ihre Reise jedoch noch nicht...
Hintergrund
Die Underground Railroad beschreibt ein informelles Netzwerk zwischen Gegnern der Sklaverei, welches von dem Ende des 18. Jahrhunderts bis etwa 1861 in den USA existierte.[1] Den Namen verdankt dieses Netzwerk Routen, welche speziell zur Flucht afrikanischer Sklaven von Tabak- oder Baumwollplantagen angelegt wurde. Diese Fluchtrouten bestanden aus sogenannten Checkpoints und teils auch unterirdisch angelegten Verstecken und Wegen. Als „unterirdisch" wurde sie bezeichnet, da sie unter dem Radar der US-amerikanischen Regierung verlief und es außerdem extrem schwer für Patrouillen war, Checkpoints aufzudecken. Die Underground Railroad bestand fast ein Jahrhundert lang und brachte etwa 100 000 Flüchtlinge sicher in die Freiheit.
Bedeutung und meine Meinung
Hauptsächlich wollte Colson Whitehead mit „Underground Railroad“ den heutzutage immer noch bestehenden Rassismus und die Benachteiligung gegenüber Dunkelhäutigen anprangern. Teils lassen sich Szenen auch mit den Gräueltaten des Dritten Reiches assoziieren, wie die Randall-Plantage als Arbeitslager oder die sieben Jahre, in denen sich Cora als Geflüchtete und Gejagte auf einem Dachboden versteckt, was an das Schicksal der Anne Frank erinnert. Das Buch stellt die Gesamtsituation der Sklaverei mit seiner Detailgetreue erschreckend genau dar und vermittelt dem Leser während der gesamten Handlung das Gefühl, man wäre selbst vor Ort. „Underground Railroad“ ist perfekt für geschichtsinteressierte Leser, da es Informationen mit einem gewissen Action-Stil vermittelt.
Mark Schierreich Q12
Autor: Colson Whitehead
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Seiten: 352
Preis: 24,00 €
Erstveröffentlichung: 2. August 2016 (DE: 21.08.2017)
Ijoma Alexander Mangold, eigentlich 2:1 für Deutschland also, ein Name wie eine Metapher für einen Mann, der schon seit Geburt stets auffällig anders war. Der Vater ein nigerianischer Arzt, Grün-Weiß die Farben seines Landes, genauso wie ein Krokodil. Doch beim Gedanken an ein solches kommt dem Autor dieses Buches kein Tier, nein, ein Zug in den Sinn, „das deutsche Krokodil”. Von außen grün-weiß, doch der Rest ist völlig deutsch, ganz wie er, gar nicht so einfach für den jungen Ijoma.
Mit seiner Autobiographie „Das deutsches Krokodil” wagte der deutsch-nigerianische Feuilleton-Literaturkritiker Ijoma Mangold 2017 den Schritt als Autor. Mal ernst, oft spielerisch und ständig demütig blickt er auf sein damals erst 47-jähriges Leben zurück. Funktioniert das, fragt sich manch einer, gelten Biographien ja meist als Memoiren am Ende des Lebens? „Ja, das tut es”, erwidert Mangold, und ich kann nur hinzufügen „..großartig sogar !”

So früh sich schon so fern
Die Geschichte Mangolds beginnt im Heidelberg der 70er Jahre, sein nigerianischer Vater verschwand nach seinem Medizinstudium sofort wieder in seine afrikanische Heimat, nicht ohne mit einer deutschen Psychotherapeutin ein Kind gezeugt zu haben. Hinterlassen hat er diesem dessen Vornamen und Hautfarbe. Dass ein so fremder Mann, der für ihn nicht mehr als nur seinen Erzeuger darstellt, ihn so als dessen Sohn brandmarkt und für jeden erkennbar macht, stößt bei Mangold lange auf Unverständnis. Auch aus seiner Mutter, die den Vater ihres Sohnes trotz all des ihr zugefügten Schmerzes immer noch nicht vergessen konnte und noch lange liebte, wurde er nicht schlau. Sie verhielt sich stets sonderbar, unterschied sich in Verhalten und Denkweisen so schrecklich von anderen Müttern, dass er auch auf sie keinen so rechten Stolz empfinden konnte und sich beide dementsprechend emotional nie wirklich nahe kamen.
Auch er selbst ist seinem kindlichen Ich verblüffend fern. So bezeichnet sich Ijoma Mangold bis zu seinen späten Jugendjahren immer nur als „den Jungen”, erst dann wechselt er in die Ich-Perspektive, als wollte er durch das Schreiben in dritter Person bzw. Beobachterperspektive seinen großen emotionalen Abstand zu seinem jungen, wohl noch unreflektierten Ich widerspiegeln, das so wenig von sich, seiner Identität und der Welt verstand. Dieser Aspekt, des von Geburt an erfahrenen Fluches, des „Fremdseins”, den man bei Mangold immer wieder erkennen kann, ist ganz charakteristisch für seine Biographie. Sei es gegenüber seinem eigenen jüngeren Ich, seiner Hautfarbe und seinem Namen, seiner Mutter und später auch aufgrund seines Auftretens als schwarzer Intellektueller. So zieht er auch beim Besuch von Opern große Aufmerksamkeit auf sich, höchst anerkennende Blicke für einen so „kultivierten Schwarzen”, dem solch hohe Kunst doch eigentlich fremd sein müsste. Auffällig anders zu sein, merkt der junge Erwachsene, kann also auch Segen statt Fluch sein.
Der verlorene Sohn?
Nach seinem Literatur- und Philosophie-Studium in München und dem italienischen Bologna arbeitet er sich langsam in den Feuilleton-Redaktionen der „Süddeutschen Zeitung” und später der „Zeit” hoch. In seinem Buch spielen diese Karriereschritte doch eine überraschend kleine Rolle, steht im Mittelpunkt des W

erkes doch viel mehr Mangolds persönlicher ethnischer Konflikt, der durch ein verhängnisvolles Treffen nur noch verschlimmert wird.
Als er mit 22 Jahren beschließt, seinen Vater und dessen neu gegründete Familie in Nigeria zu besuchen, bittet dieser Ijoma, den von ihm besetzten Dorf-Chief-Posten zu übernehmen. Mangold fühlt sich wieder fremd, seine Identität ist die eines Deutschen, nicht die seines Vaters, der sich für seine blutsverwandten Stammeskollegen verantwortlich fühlt. Er lehnt das Angebot ab und auch über ein Jahrzehnt Überzeugungsarbeit lassen Mangold nicht umdenken. Seinen Vater betrübt dies zutiefst.
Schutzengel
Im Anschluss an dieses im Buch am ausführlichsten geschilderte Kapitel über seine nigerianische und Stammes-Herkunft, Berufung, Identität und Hautfarbe geht er mit Letzterem nochmals intensiv ins Gericht. Emotional schildert er schmerzhafte Erfahrungen und alltagsrassistische Erlebnisse, die ihn tief geprägt haben. Dabei kommt er zum Schluss, dass diese ohne den fürsorglichen Schutz seiner Mutter wohl noch negativ-prägender ausgefallen wären und zeigt sich gerührt dankbar.
Das Ende des Buches nutzt Mangold für eine überraschend tiefgehende Liebeserklärung an seine an Krebs verstorbene Mutter, der er nie so wirklich danken konnte und an deren Lebensende erst erkannte, was sie im Hintergrund alles für ihn geopfert hatte. Zudem nutzte er die Chance, um seiner nigerianischen Halbschwester zu danken, die ihm seit Mangolds Nigeria-Besuch immer eine große emotionale Stütze war.
Ein Schlusssegen
Abschließend zeigt sich Mangold für vieles in seinem Leben sehr dankbar, erst im Rückblick kann er den Segen in den Ereignissen und Menschen entdecken, die er zuvor verfluchte. Wer einfach nur ein Buch über einen Literaturkritiker, dessen tägliche Arbeit und Erfolge lesen möchte, ist bei „Das deutsche Krokodil” falsch. Wer den Menschen Ijoma Mangold, der sich nie so wirklich zugehörig fühlte, erst spät lieben lernte und immer mit seiner „Mischlings-” Identität haderte, wirklich verstehen will, dem ist dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Als ein literarisches, emotionales und rhetorisches Feuerwerk geschriebenes Mitfühl-Buch ist diese Midlife-Biographie auffällig anders.
Noah Schöberlein, Q12
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Seiten: 352
Preis: 12 €
Erscheinungsdatum: 20.11.2018
ISBN: 978-3-499-63216-7
Bücher und Hörbücher für die 5. bis 8.Jahrgangsstufe können montags, mittwochs und freitags in der ersten Pause im Vorraum von E03 kostenlos ausgeliehen werden.
Das gesamte Lesebüchereiteam freut sich auf euch!

Englisch
Hell is empty and all the devils are here.
William Shakespeare
Aus der Fachschaft
Cambridge Certificate in Advanced English (CAE)
Diese freiwillige Sprachprüfung, die vom Cambridge Institut in München organisiert wird, entspricht der zweithöchsten Niveaustufe (C 1) des gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Zum Vergleich: Das bayerische Englischabitur entspricht der Stufe B2+.
Das CAE ist ein lebenslang gültiges Sprachzertifikat und dient sowohl Un
iversitäten im englischsprachigen Raum als auch international agierenden Arbeitgebern als Nachweis dafür, dass der Absolvent über die erforderlichen Englischkenntnisse verfügt, um in einem anspruchsvollen akademischen und professionellen Umfeld bestehen zu können. Daher richtet sich dieses Angebot vor allem an Oberstufenschüler mit sehr guten Leistungen im Fach Englisch.
Die CAE-Prüfung findet jährlich im März statt. Sie kostet 157 € (Stand 2020).Die Anmeldung erfolgt über die Schule, der Anmeldeschluss ist jeweils im Dezember. Genauere Termine können bei Herrn Arnold und Frau Hofmann erfragt werden. Die Prüfung findet an zwei Samstagen an einem vom Cambridge Institut festgelegten Gymnasium im Umkreis der Schule statt (z.B. in Herzogenaurach oder Oberasbach).
An einem der beiden Samstage werden vormittags drei verschiedene schriftliche Prüfungen abgehalten: English in Use and Reading (Grammatik, Stil und Leseverstehen, 90 Min.), writing (Sprachproduktion, 90 Min.) und listening (Hörverstehen, 40 Min.). Diese Prüfungen werden in Cambridge (GB) korrigiert und bewertet. Am zweiten Samstag findet eine Sprechfertigkeitsprüfung (15 Min.) statt, die von deutschen Englischlehrern abgehalten und bewertet wird.
Zum Bestehen der Prüfung muss man mindestens 60% der insgesamt erreichbaren Punkte erzielen. Die Prüfungsergebnisse sind den Absolventen ca. ab Ende April über Internet zugänglich. Eine bestandene CAE-Prüfung wird in die mündliche Note der Absolventen im Fach Englisch mit einberechnet.
Für angemeldete Schüler findet nach den Weihnachtsferien ein wöchentlicher workshop am WBG statt, in dem die einzelnen Aufgabenformate vorgestellt werden.
Weitere Auskünfte erteilen Herr Arnold und Frau Hofmann oder können unter www.cambridgeenglish.org/de/exams-and-tests/advanced abgerufen werden.
Wo befindet sich die Hazen High School?
Die Hazen High School ist eine von drei Highschools in Renton, einer amerikanischen Kleinstadt von ca. 45 000 Einwohnern im Staat Washington. Renton liegt etwa 35 Meilen südöstlich von der Metropole Seattle.
Welche Schule ist die Hazen High School?
Hazen ist eine klassische amerikanische Highschool für die Jahrgangsstufen 9 – 12. Es besuchen ca. 1400 Schüler unterschiedlichster Herkunft die Schule. Sie ist nach einem früheren langjährigen Leiter der Schulbehörde, Oliver M. Hazen, benannt.
Seit wann besteht der Austausch mit Hazen?
Seit dem Jahre 2000 fahren wir regelmäßig jedes Jahr mit einer Gruppe deutscher Schüler und Schülerinnen der 10. Jahrgangsstufe zur Zeit der Osterferien für etwa 3 Wochen an die Hazen High School. Eine amerikanische Schülergruppe besucht uns alle 2 Jahre für ebenfalls 3 Wochen im Juli.

Französisch
Être heureux ne signifie pas que tout est parfait.
Cela signifie que vous avez décidé de regarder au-delà des imperfections.
Aristote
Aus der Fachschaft
Unser französischer Sprachassistent im Schuljahr 2024/25:
Alexis Hego
Merci für die tolle Unterstützung im Französischunterricht am WBG!
Informationsabend für die 4. Klassen:
Es gibt viel zu schauen…
… und zu raten, malen und basteln!
La journée franco-allemande – der Deutsch-Französische Tag:
Teamwettbewerb
Am Wolfgang-Borchert-Gymnasium wird Französisch als 2. Fremdsprache ab der 6. Klasse (naturwissenschaftlich – technologischer Zweig) oder als 3. Fremdsprache ab der 8. Klasse (sprachlicher Zweig) angeboten.
Französisch muss in beiden Ausbildungsrichtungen grundsätzlich bis zur 11. Klasse gelernt werden. Wer will, kann Französisch darüber hinaus in der 12. und 13. Klasse der Qualifikationsphase der Oberstufe belegen und Französisch als Abiturfach wählen. Auch P- und W-Seminare werden vom Fach Französisch angeboten.
Neben dem Pflichtunterricht in Französisch besteht am Wolfgang-Borchert-Gymnasium die Möglichkeit, das international anerkannte französische Sprachdiplom DELF (A1 – B2) abzulegen, am individuellen Schüleraustausch des Programme Voltaire sowie am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilzunehmen.
Die europäische Kommission fordert, jeder europäische Bürger solle künftig mindestens 3 lebende Sprachen beherrschen. Auch Altbundeskanzler Helmut Schmidt empfiehlt jungen Deutschen dringend mindestens 2 lebende Fremdsprachen zu lernen. Unzweifelhaft ist, dass man in keinem Alter so leicht eine Fremdsprache erlernt wie in der Schulzeit.
Mit Französisch bieten wir unseren Schülern/-innen das Erlernen einer zweiten lebenden Weltsprache an:
- Weltweit wird Französisch von ca. 131 Mio. Menschen gesprochen (davon 72 Mio. Muttersprachler).
- Innerhalb Europas wird Französisch in Frankreich, Belgien, Luxemburg und der Schweiz gesprochen.
- Französisch ist in nahezu allen internationalen Organisationen (UNO, UNESCO, Europarat) Arbeitssprache.
- Französisch ist nach Englisch die meistgelernte Fremdsprache in Europa.
Gerade für uns Deutsche hat Frankreich eine ganz besondere Bedeutung. Seit der Unterzeichnung des Elysée – Vertrags am 22. Januar 1963 unterhält Deutschland mit keinem anderen europäischen Land – unabhängig von den jeweils an der Spitze beider Länder stehenden Personen - so enge Beziehungen wie mit Frankreich. Das deutsch – französische Tandem gilt zu Recht als der Motor Europas.
Frankreich ist aber nicht nur direkter Nachbar Deutschlands. Deutschland und Frankreich sind füreinander jeweils der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Französischkenntnisse (neben den mittlerweile als selbstverständlich geltenden Englischkenntnissen) sind bei der Arbeitssuche gern gesehen und oft ein entscheidender Trumpf.
Mit keinem anderen Land unterhält Deutschland so viele Partnerschaften auf regionaler und lokaler Ebene wie mit Frankreich. Die Regionalpartnerschaft zwischen Mittelfranken und der französischen Region Limousin besteht mittlerweile seit 1981. Das deutsch-französische Jugendwerk bietet seit 1963 jedes Jahr ca. 200.000 Jugendlichen eine Vielzahl von Austauschprogrammen in Deutschland und Frankreich.
Französisch ist eine hervorragende Brückensprache zum Erlernen weiterer romanischer Sprachen, wie Italienisch, Spanisch oder Portugiesisch.
Frankreich ist nach wie vor das von ausländischen Touristen meistbesuchte Land der Welt. Von Anfang an wird im Französischunterricht Wert auf Sprechen und Kommunikation gelegt. Und auch wenn noch kein Meister vom Himmel gefallen ist: Die im Unterricht erworbenen Kenntnisse können im Frankreich-Urlaub unmittelbar angewandt werden und verbinden somit das Angenehme mit dem Nützlichen.
Französichkenntnisse können auch in unserer Gegend unmittelbar gepflegt werden: z.B. im deutsch-französischen Institut Erlangen, dem Limousin – Haus Fürth (LIM), beim Festival französischer Filme in Kinos der Region (cinéfête), beim Einschalten des deutsch – französischen Fernsehsenders ARTE, …
Für weitere Informationen zur Sprachenwahl verweisen wir auf das Informationsfaltblatt „Warum Französisch eine gute Wahl für Schülerinnen und Schüler in Deutschland ist: sieben Zahlen und viele Gründe“, zu finden unter folgendem Link:
franzoesisch-was-sonst-VDFG-VdF-ucl-2021.pdf
Alexandra Troppmann
- Französische Botschaft in Deutschland (Berlin). Frankreich von A bis Z, Leben in Frankreich
- www.studieren-in-frankreich.de
- www.romanistik.phil.uni-erlangen.de
- deutsch-französisches Institut Erlangen
- Regionalpartnerschaft Mittelfranken - Limousin
- Der deutsch – französische Fernsehkanal ARTE
- Der französische Auslandssender TV5
- Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e.V.
Mit der Region Nouvelle Aquitaine hat das WBG 2 Schüleraustausche, die in der 9. Jahrgangsstufe stattfinden.
Wolfgang-Borchert-Gymnasium – Collège Léonard Limosin:
Schüleraustausch vom 5.10. – 13.10.2023 in Limoges
Donnerstag, 5.10.23
Hinfahrt:
Früh morgens um 5:00 Uhr ging es mit dem Reisebus vor der Schule los: 26 Schülerinnen und Schüler sowie Frau Blum und Frau Troppmann fuhren nach Limoges in der ehemaligen Region „Limousin“, heute Teil der Region „Nouvelle Aquitaine“. Wir alle waren ein bisschen aufgeregt und natürlich noch etwas müde. Beim Abschied winkten alle kräftig. Bis zur ersten Pause war es noch ziemlich ruhig und manche versuchten, zu schlafen. Nach ca. 3 Stunden wechselte in der Nähe von Baden-Baden der Busfahrer und manche von uns kauften sich an einer Raststätte etwas zu essen. 5 Stunden später passierten wir die Grenze, indem wir über den Rhein fuhren. In Frankreich schauten wir im Bus einen witzigen Spielfilm an, der auch von einem Schüleraustausch handelte: „Französisch für Anfänger.“
Umso kürzer die verbleibende Fahrzeit wurde, desto höher wurde die Aufregung und die Stimmung angespannter. Um kurz vor 20 Uhr kamen wir endlich an unserer Schule in Limoges an und unsere „corres“ (Austauschpartner) und Gasteltern erwarteten uns schon an der Schule.
Valentin & Vinzent
Freitag, 6.10.23
Heute war unser erster richtiger Tag in Limoges. Gleich am Morgen bekamen wir Informationen zum französischen Schulsystem sowie eine Führung durch die Schule. Die Schule ist eine sogenannte „cité scolaire“, das heißt, dort gibt es ein Collège, welches alle Schüler von der 6. Klasse bis zur 9. Klasse besuchen. Eine Unterscheidung wie bei uns in Mittel- und Realschule sowie Gymnasium gibt es in Frankreich nicht – alle Schüler müssen nach der Grundschule (1.-5. Klasse) ein Collège besuchen. Anschließend können sie noch aufs „lycée général“ (Gymnasium) oder auf ein „lycée professionnel“ (ein Zwischending zwischen Gymnasium und Berufsschule).
Aufgefallen ist uns schnell, wie sehr französische Schulen bewacht sind. Jeden Morgen, wenn die Schüler das Schulgelände betreten, müssen sie am Eingang bei den „surveillants“ (Aufpasser) ihr „carnet de correspondance“ vorzeigen – ein DIN A5-Heft, u.a. mit dem jeweiligen Stundenplan, das vor allem zur Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern dient. Das Gleiche gilt auch beim Verlassen der Schule. So soll verhindert werden, dass Unterricht geschwänzt wird.
Von der Schulleiterin des Collège bekamen wir eine Schulhausführung. Interessant war, dass es in Frankreich eine „infirmerie“ (Krankenstation) mit richtigen Krankenschwestern gibt.
Anschließend wurden wir im „Hôtel de ville“, also im Rathaus von Limoges, empfangen. Limoges ist übrigens eine der Partnerstädte von Fürth. Nach der Rede vom Bürgermeister, in der er die Bedeutung von Schüleraustauschen in Europa betonte, gab es leckere herzhafte und süße Häppchen und kleine Geschenke für jeden. Zum Schluss durften wir noch den prächtigen Trauungssaal besichtigen. Das wunderschöne Rathaus sieht aus wie ein Schloss und verströmte Paris-Vibes.
Zurück in der Schule gab es unser erstes Mittagessen im „self“ (Mensa). Dort konnte man sich als Vorspeise einen Salat oder Grapefruit, ein Hauptgericht, Käse, eine Nachspeise (z.B. Joghurt) und Obst nehmen.
Von 14-16 Uhr gingen wir mit den Austauschschülern in die Turnhalle und spielten zusammen „balle aux prisonniers“ (Völkerball). Das bereitete uns großen Spaß.
Den restlichen Tag sowie das Wochenende verbrachten wir in unseren Gastfamilien und mit unseren corres: Einige trafen sich am Samstag zum Lasertechspielen oder es wurden Ausflüge unternommen. Einer von uns war sogar bei den Loire-Schlössern, da die Großeltern seines Austauschpartners dort wohnen – 3 Stunden entfernt von Limoges.
Jana & Marja
Montag, 9.10.23
Heute sollten wir vormittags den französischen Unterricht besuchen, manchmal gemeinsam mit unseren französischen Austauschpartnern, und nachmittags mit dem „Petit train“ (Bimmelzug) durch Limoges fahren.
Zuerst gingen wir zur Schule. Um 8 Uhr beginnt der Unterricht. Die Unterrichtsstunden in Frankreich dauern nicht 45 Minuten wie bei uns, sondern 55 Minuten. Anschließend haben die Schüler 5 Minuten Zeit, um das Klassenzimmer zu wechseln, denn in Frankreich hat jeder Lehrer sein eigenes Klassenzimmer und nicht jede Klasse. Die Schule ist in collège für jüngere Schüler und in lycée für ältere unterteilt. Das bedeutet auch, dass diese jeweils einen eigenen Pausenhof haben.
Die Franzosen haben dann zusätzlich noch eine lange Mittagspause. Währenddessen essen sie auch zu Mittag. Einige wenige, die in der Nähe der Schule wohnen, gehen aber auch nach Hause, um dort zu essen. Der Ablauf in der Mensa verläuft wie folgt: Zuerst stellt man sich klassenweise in eine Warteschlange, wofür es einen genauen Zeitplan gibt. Wenn man an der Reihe ist, nimmt man sich ein Tablett und Besteck. Die Hauptspeise wird ausgegeben, ansonsten kann man sich selbst bedienen. Auf den Tischen stehen Karaffen mit Leistungswasser. Wenn man fertig ist, entsorgt man die Reste bzw. den Müll. Es gibt hier auch Mülltrennung, was wir persönlich sehr wichtig finden. Anschließend stellt man das Tablett mit dem schmutzigen Geschirr auf ein Förderband, wo es dann in der Küche verschwindet.
Danach gingen wir zum „Petit train“. Während der lustigen Fahrt bekamen wir über den Lautsprecher Informationen zur Geschichte von Limoges und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, z.B. dem wunderschönen Rathaus, der gotischen Kathedrale, dem beeindruckenden Jugendstilbahnhof – er gilt als der schönste Bahnhof Frankreichs - und dem mittelalterlichen „quartier des bouchers“ (Metzgerviertel). Es war sehr interessant und man konnte vieles über Limoges lernen.
Antonia, Leoni & Marie
Dienstag, 10.10.23
Heute stand der große gemeinsame Ausflug mit unseren französischen corres an.
Los ging es um 8 Uhr mit unserem Bus, Ziel war der „gouffre de Padirac“, 2 Stunden entfernt in der Region Occitanie, genauer gesagt in der Gegend „Périgord“.
Als wir ankamen, gingen erstmal alle aufs Klo und dann wurden auch schon die Audioguides ausgeteilt, durch die wir Informationen bekamen, als wir durch die höhlenartige Schlucht liefen. Dann ging es langsam los und wir stiegen über 100 Meter tief in den Höhlenschlund hinab. Erst ging es viele Stufen hinab und wir bewunderten den tollen Pflanzenbewuchs der zerklüfteten Felswände.
Anschließend gingen wir über einen Weg immer tiefer unter die Erde. Man konnte richtig feststellen, dass es mehr Wasser wurde, umso tiefer wir gingen. Schließlich erreichten wir einen unterirdischen Fluss mit Booten. Danach fuhren immer 11 Schüler zusammen mit einem Bootsführer, der ruderte, in einem Boot über den spärlich beleuchteten und bis zu 6 Meter tiefen Fluss. Wir erfuhren, dass es in dem glasklaren Wasser auch Lebewesen gibt, z.B. blinde Krabben, die bis zu 100 Tage ohne Nahrung auskommen. Nach dem Anlegen am anderen Ufer nahmen wir einen Rundweg, vorbei an gigantischen Kalkformationen, Stalaktiten sowie kristallblauen Seen – absolut zauberhaft und beeindruckend.
Zum Schluss ging es wieder mit dem Boot zurück und das Erdloch, das einen Durchmesser von 30 Metern hat, wieder hoch.
Dann gingen wir noch in einen Souvenirladen und machten in einem benachbarten Park Picknick mit den Lunchpakten aus der Mensa.
Nachdem wir alle satt und zufrieden waren, bestand Frau Troppmann auf ein deutsch-französisches Gemeinschaftsfoto:
Anschließend fuhren weiter zu dem berühmten Wallfahrtsort Rocamadour.
Der Name Rocamadour geht auf den Heiligen Amadour zurück, einem Eremiten, der dort am Fuß eines steilen Felsens Zuflucht fand. Wir bekamen dort eine Führung und liefen die 14 Stationen des Pilgerwegs ab. Wir lernten z.B., dass, wenn man früher einen toten Körper fand, welcher aber noch völlig intakt war, also ohne äußere sichtbare Verletzungen, er als heilig galt. Als im Jahr 1166 ein unverwester Leichnam in einem alten Grab an der Schwelle der Marienkapelle entdeckt wurde, glaubte man, den legendären Einsiedler Amadour gefunden zu haben. Es wurde auch von verschiedenen Wundern berichtet. Wir bekamen auch eine angebliche Reliquie des Heiligen Amadour zu sehen – ein Stück seines Armknochens – und auch die berühmte Schwarze Madonna von Rocamadour. Rocamadour ist ein sehr schöner mittelalterlicher Ort, der entlang einer beeindruckenden Felswand gebaut wurde.
Erschöpft, aber glücklich fuhren wir mit dem Bus wieder zurück zur Schule.
Noah & Teresa
Mittwoch, 11.10.23
Heute fuhren wir mit dem Bus eine knappe halbe Stunde nach Oradour-sur-Glane. Der Ort ist in Frankreich sehr bekannt, da dort im 2. Weltkrieg deutsche Nazis – genauer gesagt, die Waffen-SS – ein Massaker an der Zivilbevölkerung des Ortes verübte. 643 Menschen – Männer, Frauen und Kinder - mussten sich in Scheunen bzw. in die Kirche begeben, wo sie auf brutale Weise ermordet wurden. Am Vormittag besuchten wir das Infozentrum, um von einem jungen Österreicher, der dort sein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, Näheres über die Entstehung des Nationalsozialismus und der Hintergründe zum Massaker von Oradour zu erfahren.
Nach dem Picknick auf einer Wiese vorm Infozentrum begleitete Monsieur Beaulieu uns durch das Ruinendorf, das als Mahnmal nach dem Massaker so stehenblieb. Er ist der Großvater einer französischen Schülerin, die am Austausch teilnimmt. Seine vier Großeltern kamen alle bei dem Massaker ums Leben. Einerseits liegt das Geschehen schon sehr lange zurück, andererseits ist es immer noch sehr emotional für ihn. Er konnte uns viel Persönliches zu den früheren Bewohnern des Ortes erzählen und auch zu Objekten von damals, die man noch immer in den Ruinen der ehemaligen Geschäfte sehen kann, wie z.B. eine Waschanlage für Weinflaschen in einer ehemaligen Weinhandlung.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück zur Schule und gingen mit unseren Lehrerinnen noch in die Innenstadt von Limoges, wo wir noch ein wenig einkaufen konnten, z.B. Macarons als Mitbringsel für zuhause, bevor wir uns dann wieder mit unseren corres trafen.
Elias
Donnerstag, 12.10.23
Heute stand schon der letzte Tag an, den wir natürlich noch einmal genießen mussten. Nachdem wir mit unseren Austauschschülern in die Schule kamen, trafen wir uns wieder im „foyer“ am Pausenhof und übten unsere musikalische Einlage für die „fête d’adieu“, den Abschlussabend, ein: „Bonsoir mes amis“ von Reinhard Mey, ein Lied, das wir schon aus dem Film „Französisch für Anfänger“ vom Hinweg im Bus kannten. Wir hatten viel Spaß beim Üben.
Anschließend sind wir zum „four des Casseaux“ gegangen. Es ist heute ein Art Industriedenkmal aus dem 18.-20. Jahrhundert, wo wir von einer netten und jungen Führerin viel Interessantes zur für Limoges so wichtigen Porzellanherstellung und die verschiedenen Brennvorgänge erfuhren. Es gibt sogar einen begehbaren Ofen aus dem Jahr 1904, was uns sehr gefiel.
Mittags aßen wir im lycée professionnel Jean Monnet. Dabei handelt es sich um eine Art Gymnasium mit Berufsschule, die auf Berufe im Hotelfach spezialisiert ist. Das Essen dort wird von angehenden Köchen zubereitet und von zukünftigen Kellnern und Bedienungen serviert, die alles noch üben müssen. Als Vorspeise gab es eine Blumenkohlsuppe, als Hauptspeise Hühnchen mit „pâté de pommes de terres“ (Kartoffelauflauf) und Wirsinggemüse sowie als Nachspeise ein leckeres „mille-feuille“ mit Blätterteig und Vanillecreme. Alles war sehr lecker und wir wurden sehr gut behandelt.
Danach besuchten wir noch einmal den französischen Unterricht und hatten Spaß mit den anderen Schülern. Das Niveau, vor allem im Mathe-Unterricht, fanden wir im Vergleich zum WBG eher niedrig. Schön war, dass wir uns im Deutschunterricht mit französischen Schülern unterhalten konnten.
Und plötzlich stand schon der letzte Abend vor der Tür: Hierbei hieß es „Au revoir!“. Bei der Abschiedsfeier sangen wir unser eingeübtes Lied und bedankten uns für alles. Zudem gab es leckere Snacks, z.B. Bananen auf afrikanische Art, Quiche oder „Tarte Tatin“, ein berühmter französischer Apfelkuchen, wo sich die Äpfel unten und der Teig oben befindet.
Bis März!
Ben & Tim
Freitag, 13.10.23
Heimfahrt:
Um 7:30 Uhr versammelten wir uns mit unseren Austauschschülern am Bus. Alle verabschiedeten sich von ihren Familien und bedankten sich für die Gastfreundschaft. Kurz danach fuhren wir ab. Anfangs waren viele noch müde, aber kurz darauf wurden wir alle wach. Nach ca. 14,5 Stunden kamen wir um 22:00 Uhr in Langenzenn am WBG wieder an. Es war ein sehr schöner Austausch und wir freuen uns alle, die Franzosen im März bei ihrem Besuch in Langenzenn wieder zu sehen.
Valentin & Vinzent
Collège Léonard Limosin in Limoges (Haute Vienne) (seit 2022/23)
Collège Voltaire in Ussel (Corrèze) (seit 2024/25)
Frankreichaustausch 2024/25: Das WBG besucht das Collège Voltaire in Ussel
Mit insgesamt 20 Schülern sowie Frau Blum und Frau Troppmann kamen wir am Donnerstag, dem 8. Mai, nach einer 14-stündigen Busfahrt gegen 19 Uhr am Collège Voltaire in Ussel im Département Corrèze an. Es gab ein herzliches Wiedersehen mit unseren „corres“, die wir bereits von ihrem Besuch in Langenzenn im Februar kannten, und ihren Familien.
Der darauffolgende Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück in der Schulkantine.
Anschließend wurde die deutsch-französische Gruppe geteilt: Während die eine Gruppe das Spiel „Werwolf“ spielte, durfte die andere sich künstlerisch betätigen. So hatten wir schon mal eine gute Gelegenheit, mit unseren Partnern zu kommunizieren und unser Französisch zu verbessern. Nach zwei Schulstunden tauschten die Gruppen ihre Aktivitäten.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa gab es neue Aktivitäten: Eine Gruppe bekam von einem Sportlehrer gezeigt, wie man das in Südwestfrankreich sehr beliebte Rugby spielt, während einige der französischen Schüler die anderen Deutschen durch das Schulgebäude führte. Dieses hat sowohl getrennte als auch gemeinsame Toiletten, und natürlich auch das aus dem Französischbuch bekannte CDI.
Etwas schade war, dass Madame Covacin, die Deutschlehrerin an der Schule, keine Unterrichtsbesuche eingeplant hatte, was sicherlich sehr interessant gewesen wäre.
Den Rest des Nachmittages verbrachten wir schließlich im Privaten in der Innenstadt von Ussel: eine typisch französische Kleinstadt und sehr gemütlich – gefühlt kennt hier jeder jeden.
Am Wochenende waren wir bei unseren Gastfamilien. Manche von uns besuchten zwei Sportveranstaltungen, bei denen unsere Austauschpartner selbst mitspielten – ein Fußball- und ein Rugbyspiel. Es war sehr interessant, den französischen Vereinsalltag kennenzulernen und unsere „corres” bei ihren sportlichen Aktivitäten zu erleben. Im Anschluss daran verbrachten wir noch in der deutsch-französischen Gruppe eine schöne Zeit miteinander. Während die meisten in der großen Gruppe blieben, waren zwei der Deutschen mit ihren Austauschpartnern in die Nähe von Angoulême (6 Stunden hin und zurück!) gefahren, um sie bei ihrem Rugbyspiel vor Ort zu unterstützen.
Am Montagmorgen verließen wir die Region „Nouvelle-Aquitaine“ und brachen zu dem berühmten Wallfahrtsort Rocamadour in der Region „Occitanie“ auf. Wir bekamen eine interessante Führung und bewunderten die Häuser, Kirchen und Kapellen, die an den Felsen zu kleben schienen – ein wirklich beeindruckender Anblick.
Am folgenden Tag besuchten wir das Schloss Pompadour. Dort erhielten wir eine Führung über das Gelände und erfuhren viel über die Geschichte und Pferdezucht in der Region. Besonders interessant waren die Stallungen und das Springturnier vor dem Schloss Puy Marmont, welches wir zur Mittagszeit, während wir unsere Lunchpakete („pique-niques“) aßen, verfolgten. Gleich im Anschluss wanderten wir zu einer Pferdezuchtstation, in der wir ebenfalls von einer Führung begleitet wurden.
Laut Frau Troppmann war ihr Rundflug mit Frau Blum und Monsieur Michelin über Égletons am Mittwoch einer der Höhepunkte ihrer gesamten Lehrerlaufbahn. Zuvor wurde der französischen Gruppe der Flugplatz gezeigt, während die Deutschen von einer speziellen Einheit, der „Section aérienne de la Gendarmerie“, begrüßt worden sind. Schließlich fand ein erneuter Gruppenwechsel unter den Schüler:innen statt. Besonders der Blick auf den echten Helikopter für Rettungseinsätze oder auf das vom Verein „Aéro-club Egletonnais“ selbst gebaute kleine Flugzeug waren beeindruckend - und besonders natürlich der äußerst spontane Rundflug von Frau Blum und Frau Troppmann in einem kleinen Flieger Marke Eigenbau, gemeinsam mit Herrn Michelin, dem französischen Lehrer.
Nach der gemeinsamen Mittagspause fuhren wir in das nicht weit entfernte Combressol und bekamen einen Einblick in eine von außen eher unauffällige Hutmacherwerkstatt namens „Cheri Bibi“, wo die neue Kollektion für die Haute Couture in Paris hergestellt wird – Fotografieren war deshalb auch strengstens verboten. Der Tag endete mit einem privaten Herumschlendern in Ussel unsererseits und einer anschließenden Abschlussfeier mit einem von den Eltern bereitgestellten Buffet, bei der Nathan, einer der französischen Austauschschüler, dem Abend eine schöne Hintergrundmusik mit dem Akkordeon verlieh und traditionelle „bal musette“-Stücke spielte.
Den letzten Tag verbrachten wir in der Porzellanstadt Limoges. Dort fuhren mir mit der ganzen Gruppe in einem Touristenzug, dem in Frankreich beliebten „Petit Train“, und erfuhren allerlei Interessantes zu Limoges. Nach dem Verzehr unserer Lunchpakete in einem Park in der Nähe der Kathedrale kauften wir noch einige Mitbringsel für unsere Familien zuhause, wie z.B. Macarons.
Gleich am nächsten Morgen stand uns um 7 Uhr früh die Abreise und der Abschied bevor.
Was uns besonders gefallen hat: die Gastfreundschaft der Familien, die schönen Ausflüge und die herrliche Landschaft der Corrèze. Und man hat den Eindruck, dass es in der Umgebung von Ussel mehr Kühe („limousines“) als Menschen gibt!
Auch wenn wir uns wieder auf zuhause gefreut haben: einen Schüleraustausch sollte jede:r mal erlebt haben.
(Mia Defet, Kl. 9b)
Latein
Latein ist tot; es lebe Latein!
Wilfried Stroh
Aus der Fachschaft
Latein ist tot; es lebe Latein!“
Wilfried Stroh
- Latein ist das klassische Gymnasialfach schlechthin. Es hat eine über 2000jährige Tradition.
- Es ist die Grundlage der Romanischen Sprachen Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, es lebt in der germanisch-romanischen Mischsprache Englisch weiter und auch unsere Muttersprache Deutsch hat viele Wörter aus dem Lateinischen entlehnt.
- Latein war bis in die Neuzeit die Universalsprache der Gelehrten, viele Fremdwörter haben sich aus dem Lateinischen entwickelt.
- Außerdem ist Latein auch heute noch Amtssprache im Vatikan, es spielt vor allem in der katholischen Kirche und Liturgie eine große Rolle.
- Gesicherte Lateinkenntnisse (= Kleines Latinum) sind für etliche Studienfächer – Fremdsprachen, Geschichte, Jura, Medizin etc. – Zulassungsvoraussetzung. Wenn man sie nicht vorweisen kann, muss man an der Universität viel Zeit und Engagement für extra Latinumskurse aufwenden.
- Der Lateinunterricht fördert die Kenntnis der Grammatik, auch der deutschen! Er kann sich somit auch positiv auf die Leistungen im Deutschunterricht auswirken bzw. zum Erlernen einer weiteren Fremdsprache (z.B. Französisch) motivieren.
- Abgesehen von den sprachlichen Aspekten bietet der Lateinunterricht eine fundierte Auseinandersetzung mit den geschichtlichen, literarischen, philosophischen und kulturellen Grundlagen der europäischen Kultur.
- Die Inhalte des Lateinunterrichts eignen sich daher auch gut für fächerübergreifenden und vernetzten Unterricht, der neue Horizonte eröffnen und den Lernerfolg nachhaltig beeinflussen kann.
- Nicht zuletzt erfordert die Beschäftigung mit lateinischen Originaltexten eine konzentrierte und kontinuierliche Arbeitshaltung, genaues Lesen und die vertiefte Analyse sprachlicher Strukturen. Damit werden Kompetenzen im Bereich des problemlösenden Denkens gestärkt. So ergänzt der Lateinunterricht den eher kommunikationsorientierten Unterricht in den modernen Fremdsprachen optimal.
- Latein, eine wahrlich unsterbliche Sprache, spielt somit im Fächerkanon des Gymnasiums – und nicht nur des Sprachlichen - nach wie vor eine wichtige Rolle.
VIVAT, VALEAT, FLOREAT – AD MULTOS ANNOS!
StDin Angela HofmannDie Bestimmungen für den Erwerb des Latinums richten sich nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz.
Niveaustufen:
1. Lateinkenntnisse
Dieses Niveau wird am Ende der Spracherwerbsphase (Ende der Jahrgangsstufe 8) bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht.
2. Gesicherte Lateinkenntnisse (= Kleines Latinum)
Dieses Niveau setzt die Fähigkeit voraus, antike, mittelalterliche und neuzeitliche lateinische Originaltexte (einfacheres Sprachniveau) in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Dieses Niveau wird nach der Spracherwerbsphase und einem weiteren Lektürejahr am Ende der Jahrgangsstufe 9 bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht und als Kleines Latinum bestätigt.
3. (Großes) Latinum
Dieses Niveau wird nach der Spracherwerbsphase und zwei weiteren Lektürejahren in Jahrgangsstufe 10 bei mindestens Note 4 im Jahreszeugnis erreicht und in diesem sowie im Abiturzeugnis bestätigt.
Es setzt die Fähigkeit voraus, anspruchsvolle lateinische Originaltexte in Inhalt, Aufbau und Aussage erfassen zu können.
Hinweis:
Schüler, die die Jahrgangsstufe 10 an einer Auslandsschule verbringen wollen, haben am Ende der Jahrgangsstufe 9 die Möglichkeit, das (Große) Latinum durch eine Feststellungsprüfung zu erwerben. Nähere Informationen dazu erteilen die Lateinlehrer. Informationen dazu, welches "Latinum" als Zulassungsvoraussetzung für welches Studienfach gilt, entnehmen Sie bitte FAU Erlangen-Nürnberg - Nachweis von Sprachkenntnissen
Italienisch
Una nuova lingua è una nuova vita
Aus der Fachschaft
Italienisch wird am Wolfgang-Borchert-Gymnasium als spätbeginnende Fremdsprache ab der 11. Jahrgangsstufe angeboten. Dieser Kurs richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die Freude am Sprachenlernen haben und sich für die reiche Kultur und Geschichte Italiens begeistern.
Die Sprache der Oper, der Kunst und der Kulinarik öffnet Türen zu neuen Perspektiven und Möglichkeiten, sei es im Studium, im Beruf oder auf Reisen. Der Unterricht vermittelt nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch einen Einblick in das italienische Lebensgefühl.
Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache ist eine hervorragende Gelegenheit, eine der schönsten Sprachen der Welt zu erlernen und damit den eigenen Horizont zu erweitern.
Mit der Wahl von Italienisch als spätbeginnender Fremdsprache legen die Schülerinnen und Schüler bereits in der 11. Klasse ihr Profilfach für die Oberstufe fest und belegen entsprechend Italienisch als dreistündiges Fach in allen vier Halbjahren der Oberstufe.
Italienisch kann als mündliches Abiturfach gewählt werden.






























